Lessness?

Ildikó von Kürthy, immer noch eine meiner Lieblingskolumnistinnen, hat nicht nur genug, sie hat zuviel, z.B. weiße Blusen. Und sie hat gleich ein Buch entdeckt, das ihr hilft, damit fertig zu werden: “Lessness” von Michael Simperl. Da sie Herrn Simperl in der aktuellen “Brigitte” bereits ganz sachte auf die Schippe nimmt, brauche ich das an dieser Stelle nicht zu tun.

Was ist das eigentlich, das uns dazu bringt, etwas Neues haben zu wollen und uns davon abhält, das Kaufen einzustellen, wenn alle unsere Blößen bedeckt und Bedürfnisse befriedigt sind? Weiterlesen

Kellerkinder

Unerwartet ist in meinem Keller eine Veränderung eingetreten: ein alter Freund hat seine 60 Bücherkisten abgeholt und nun ist da richtig viel Platz.

Doch, auch in meinem Keller gibt es Dinge, deren Existenz ich vergessen hatte: Schlittschuhe; Kamelhaardecken; eine Keksdose mit Erzgebirgsengeln; Originalverpackungen (haben wir das Gerät überhaupt noch?). Ist das schön! Kellerfunde beleben die Erinnerung und diese “ein Jahr lang nicht benutzt – kann weg”-Maxime verliert jede Bedeutung. Außer einem Teil der Originalverpackungen, der sich auch beim besten Willen nicht mehr zweckentfremden ließ, habe ich nichts weggeworfen. Weiterlesen

Von guten Vorsätzen

Den Jahresanfang haben wir nun glücklich überstanden, innere Einkehr gehalten und geschaut, wieviel nach drei Wochen noch von den guten Vorsätzen übrig ist. Der allgemein als gut bekannte Vorsatz hat die Eigenschaft, seine eigene Erfüllung zu vereiteln, indem er nämlich vor einem sitzt, breit und unübersehbar, die Arme gekreuzt und einen hämisch ansieht. Schaffst du doch eh nicht, grinst er. Weiterlesen

Über den Tellerrand

Man macht sich so seine Gedanken. Gelegentlich betrete ich eine fremde oder mir schon vertrautere Wohnung und denke: “Schön! So hätte ich es auch gern …”. Wenn mir das so einfällt, gehe ich davon aus, dass andere Menschen auch solche Erlebnisse haben. Und tatsächlich ging ich doch gestern in der Mainzer Altstadt hinter zwei jungen Frauen her, die sich genau über ein solches Erlebnis unterhielten. Weiterlesen

Liegen lassen

Manchmal kriegt man ein Buch in die Hand und denkt, es sei die Bibel. Das dachte ich schon bei mehreren Exemplaren, z.B. bei “Simplify your life”. Aber diesmal bin ich sicher: “Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin” hat mir die Augen geöffnet und mich zum wahren Glauben bekehrt. Liegen lassen ist genauso wichtig wie aufräumen, Dinge tun ist genauso wertvoll wie sie nicht zu tun, und bei allem, was man tut, sollte man Spaß haben – nur dann wird’ s gut. Weiterlesen

Vom Aufräumen

Aufräumen – welche Gefühle löst dieses Wort in Ihnen aus? Wahrscheinlich eher unangenehme, Erinnerungen an die Kräche wegen des unaufgeräumten Kinderzimmers, ein schlechtes Gewissen wegen des Chaos auf dem Schreibtisch oder auch im Kühlschrank. Oder angenehme? Aufräumen als allumfassender Vorgang der Neuordnung, des Neuanfangs. Aufgeräumter Stimmung sein, das ist prima.
Wie man aufräumt, weiß doch jedes Kind – oder? Weiterlesen